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Bad Tölz | Vorentwurf zur Neugestaltung des Gries vorgestellt

Konzept trifft auf großes Bürgerinteresse
 
Auf großes Interesse stieß am Samstag die öffentliche Präsentation des Vorentwurfs zur Umgestaltung der Freiflächen im Gries. Am Samstag, den 23. Februar, um 10 Uhr und um 12 Uhr referierte Planer Axel Lohrer im Sitzungssaal des Rathauses über die wesentlichen Punkte des Konzepts. Danach hatten die Besucher Gelegenheit, ihre Fragen in Kleingruppen direkt mit den Planern, Mitarbeitern aus dem Bauamt und Mitgliedern der Impulsgruppe zu diskutieren.

„Ein öffentlicher Stadtteilspaziergang ziemlich genau vor einem Jahr bildete den Auftakt zum Bürgerbeteiligungsprozess „Stadtraumqualität im Gries“. In der Folge war eine Impulsgruppe gebildet worden, in der Anwohner und Gewerbetreibende des Gries sowie Mitglieder des Stadtrates und der Stadtverwaltung neun Planungsziele formulierten, wie die Frei- und Verkehrsflächen künftig umgestaltet werden sollen. Diese hatten sie dem Planer mit auf den Weg gegeben. Daraus erarbeitete Axel Lohrer vom Planungsbüro lohrer.hochrein einen Vorentwurf: Für mehr Barrierefreiheit soll künftig auf Gehsteige verzichtet werden. Stattdessen sind Gredplatten vorgesehen, wie man sie beispielsweise aus Südtirol kennt: Diese rechteckigen Bodenplatten werden entlang der Fahrbahnränder verlegt und sorgen so für eine optische Distanz zwischen der Straße und den Häusern. Mit einer kleinen Kante von gerade mal drei Zentimetern ermöglichen sie zwar Rollstuhlfahrern das problemlose Queren der Straße, bieten aber dennoch Sehbehinderten eine ausreichend taktile Führung. Zudem dient diese niedere Stufe gleichzeitig der Ableitung des Wassers. Zur Entwässerung schlägt Lohrer vor, das bisherige System umzukehren und das Regenwasser durch eine leichte Neigung der Straßenoberfläche von den Häusern weg zur Fahrbahnmitte zu leiten. Auch sollen die Anzahl der Versickerungen stark erhöht und die Länge der Rinnen an bestimmten Stellen verlängert werden. Damit wird sichergestellt, dass auch bei Starkregen das Wasser zuverlässig abgeleitet werden kann. Mit der Beratungsstelle Barrierefreiheit bei der Architektenkammer wurde das Konzept bereits abgestimmt, mit dem Landesamt für Denkmalpflege gab es erste Gespräche. […] Zur Auflockerung gibt es die Möglichkeit, Fassaden über Spaliere zu begrünen und nur vereinzelt Bäume als Eingangsmarkierung in das Quartier neu zu pflanzen. Bei den anstehenden städtischen Kanalarbeiten, die in diesem Sommer begonnen werden, könnte hier gleich die Vorkehrung für das Wurzelwerk berücksichtigt werden.
Von diesem ersten Planungsentwurf zeigten sich die Besucher beeindruckt. „Die Bauphase wird schon noch einmal ein Brocken“, meinte ein Anwohner aus dem Gries. Aber wenn alles fertig ist, dann sehen die Leute endlich wieder, in was für einem besonders schönen Viertel wir wohnen.“ In den anschließenden Kleingruppen wurden viele Detailfragen noch einmal ausführlich diskutiert. Häufiges Thema: Das Parken im Gries. In Folge der hohen Schneemassen in diesem Winter spielte aber auch das Thema Winterdienst eine wichtige Rolle. Mitarbeiter der Stadtverwaltung notierten die Hinweise auf Postkarten, die den verabschiedeten Planungszielen zugeordnet und für die Besucher transparent einsehbar an Stelen aufgehängt wurden. Die Wortmeldungen werden in den nächsten zwei Wochen vom Stadtbauamt ausgewertet und an das Planungsbüro weitergegeben. Im nächsten Schritt wird der überarbeitete Vorentwurf den Mitgliedern des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses zur Entscheidung vorgelegt. […]

 
Text + Foto Stadt Bad Tölz
 


03/2019