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Gundelfingen | Bleicheinsel und Kriegerdenkmal

2. Preis

 

„Die Arbeit überzeugt ganz besonders durch ihre klare und unprätentiöse Herangehensweise an die Landschaft der Bleiche-Insel. Vorhandene Vegetationsbestände werden behutsam neu geordnet und stärken so die atmosphärische Präsenz der Brenzarme. Der offene Wiesenraum bietet die Flexibilität, die sich die Stadt für Veranstaltungen wünscht. Durch die Positionierung von Sitzplätzen entlang des Hauptweges wird der Wegeverlauf angenehm rhythmisiert und der Fokus immer wieder zur Brenz geleitet.

 

 

Das Denkmal wird in der vorgeschlagenen Form selbstverständlich in das Landschaftsbild eingebunden. Seine Auflösung in drei Komponenten, die das Bestandsgebäude im Grundsatz erhalten, es jedoch in einen völlig neuen Kontext setzen, wird positiv bewertet. Hervorzuheben ist die seitliche Anordnung der Flügelmauern, die erstmals wieder die vollständige Wahrnehmung der Bleiche-Insel ermöglicht. Aus landschaftsplanerischer Sicht verfügt die Arbeit über ein hohes Maß an Angemessenheit und Ortsbezug. Der Entwurfsverfasser erhält die gesamte Substanz des historischen Denkmals. Mit dem Kunstgriff der Umgruppierung der begleitenden Mauerscheiben in ein neben dem Denkmal gelegenes Areal wird die zentral-perspektivische Dominanz des Kriegerdenkmals aufgelöst. Das zentrale Gebäude wird mit einer begehbaren Vierkantröhre durchdrungen, damit ermöglicht der Entwurfsverfasser den Blick in den historischen Innenraum und kreiert eine zweite Zeitebene. Von der Gegenwart ist mittels der gefrästen Texte die Sicht in den alten Innenraum für den Betrachter erfahrbar. Die Sicht durch die Röhre in Richtung Osten auf die Bleiche eröffnet dem Betrachter den Blick in die zentrale Wiese. Der Entwurf vereinbart Erhalt und Neuinterpretation des Denkmals gelungen. Kritisch gesehen wird die Anordnung der Namen weiterer Opfer im Baldachin über einer Bank. Der Vorschlag des Baldachins kann in seiner formalen Ausprägung nicht überzeugen. Dagegen wird die Möglichkeit, akustisch Dokumente zu erleben, als Bereicherung für den Betrachter gesehen. Der Entwurf ordnet das Denkmal neu im Sinne eines Ensembles, das altes und neues Gedenken verbindet. Der martialisch-pathetische Ausdruck der Anlage wird aufgebrochen. Das Gebäude wird durchlässig und durch Textwände innen neu gestaltet. Die Mauern werden in ihre Bestandteile zerlegt, neu angeordnet und erinnern damit an ein Gräberfeld. Diesem gegenüber wird ein neuer Gedenkort, ein Tor, in der gleichen Höhe wie das Tempeltor errichtet und zwar in einfacher, leichter und ganz schlichter Gestaltung, die zum Verweilen einlädt.

 

Durch die neue Anordnung entsteht ein Platz, an dem altes und neues Gedenken sich gegenüber stehen. In dem nun schlichten Tempelgebäude stehen Texte zur Einordnung des Geschehens, die der heutigen Form des Gedenkens entsprechen. Die Anlage, die ursprünglich wie ein Riegel wirkte, verbindet nun wie ein Scharnier die beiden Teile des Bleiche-Parks und wirkt wie ein in den Park integrierter Pavillon.„ Auszug Juryprotokoll

 

Mit dem in Zusammenarbeit mit Dagmar Pachtner erarbeiteten Konzept zur Adaption von Park und Denkmal konnten wir den 2. Preis erreichen.

 

 

 

 

04/2017

 

– Auf Competitionline