Stadt Ellwangen
Die beeindruckende Kulturlandschaft Ellwangens mit ihrem stimmigen wie befruchtenden Dialog zwischen Gebautem und Natürlichem steht im Zentrum der vorliegenden Arbeit. Das klassische Bild dieser beiden kontrastierenden, aber eng und interaktiv verbundenen Pole ist neben dem eher verschmelzenden Konzept der Gartenstadt das wohl tragfähigste Modell für die grüne, zukunftsorientierte Entwicklung unseres direkten Wohn- und Arbeitsumfeldes.
Ellwangen 2026 als städtebaulich-landschaftliches Modell.
Überlagertes und Verlorengegangenes wird herausgearbeitet, erweitert und ergänzt und so wieder zu einem lesbar schlüssigen Ganzen weiter entwickelt. Zwei große Kulturlandschaften – die Jagstaue und der Schlossberg – umlagern die historische Altstadt.
Ein grüner Ring von Gärten folgt dem Verlauf der früheren Befestigung, bildet die Verbindung zur Innenstadt und schlägt die grüne Brücke zwischen den großen Landschaftsräumen.

Stadt Illertissen
ca. 11.224 qm
Der Entwurf rückt die verlorene Abfolge landschaftlicher Bilder wieder ins Zentrum: die Annäherung über die Allee, das markierende Tor, der naturnah gefasste Park, der gefasste Vorhof und schließlich das Schloss als Höhepunkt.
Die Allee wird verschlankt und von breiten Wiesen begleitet, Tor und Mauern sanft erneuert. Im Park wechseln sich dichter Bosco, Hangwald und lichter Hutewald ab, in den Landschaftsbühne und Wildgehege eingebettet sind. Der Vorhof öffnet sich mit geschnittenen Linden, Sitzplätzen und Brunnen zum Tal. Am Schloss werden Sichtachsen freigestellt. Hangseitig legt sich ein geometrisch verzerrter Gartenteppich ins Relief, erschlossen durch einen filigranen Steg mit weitem Ausblick. Am Nordhang entsteht eine einzige Terrasse, begleitet von Naturbeobachtungsräumen.
Der chromatographische Garten zeigt als Walled Garden ein farbig schimmerndes Pflanzenbild. Materialität und Ausstattung bleiben zurückhaltend, das Parken wird auf wenige klar geordnete Bereiche konzentriert.


Stadt Altena
ama architekturbüro Michael Auerbacher, Burghausen
mayr ludescher partner Beratende Ingenieure, München
day & light Lichtplanung, München
ca. 16,2 ha
Die Stadt Altena profitiert von ihrer landschaftlich schönen Lage im tief eingeschnittenen Lennetal. Der Fluss und die parallel verlaufenden Bahngleise stellen jedoch Barrieren dar, die die Stadt in zwei Hälften teilen.
Mithilfe einer neuen Brücke soll die Verbindung zwischen der Innenstadt bzw. der Burg Altena und dem Bahnhof für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden. Der Radwanderweg Lenneroute wird zukünftig über die neue Brücke und auf der Westseite des Flusses weitergeführt. Das bisher ungenutzte, ehemalige Bahngrundstück am Fluss wird durch die neue Fußgängerbrücke an die Innenstadt angebunden und in einen Park umgestaltet.
Der neue Lennepark spielt mit der Topografie und inszeniert immer wieder den Blick auf die Burg und die Innenstadt. Das über dem Fluss liegende Gelände wird teilweise abgetragen und somit der Zugang zum Wasser ermöglicht.
Die bestehende Mauer, Rasenböschungen und flache Rampen vermitteln zwischen dem unteren Niveau am Fluss und einem oberen Weg mit Blick aufs Wasser.
Eine breite Heckenpflanzung blendet Gleise und Schutzzaun optisch aus.
Über frei bespielbaren Rasenflächen stehen mehrstämmige, hochgeastete Weiden, die lichte Schattenplätze anbieten, ohne jedoch den Blick zu verstellen.


Bundesgartenschau Oberes Mittelrheintal 2029 gGmbH
8 ha Realisierungsteil
ca. 2,5 ha Ideenteil
Das Konzept reagiert auf die zerschneidende Wirkung der Verkehrstrassen und stärkt die landschaftlichen Sequenzen.
Stadtpromenade, historischer Park und flankierende Parklandschaften werden zu einem zusammenhängenden Erlebnisraum verknüpft. Die Promenade vor der Stadtmauer wird als Platzraum mit einheitlichem Belag, klaren Baumreihen und geöffneten Sichtachsen gestaltet; Stellplätze verschwinden in grünen Teppichen.
Der historische Park wird denkmalgerecht erneuert, Wege und Pflanzungen adaptiert und der Uferweg zur schwingenden Rheinpromenade ausgebaut. Flankierende Bereiche greifen den landschaftlichen Duktus extensiv auf und bieten Raum für Spiel, Gastronomie, Kleingärten, Camping, Flussbad und einen dezent integrierten Wohnmobilstellplatz.
Poetische Eingriffe beschreiben den Ort subtil. Ein Mobilitätshub ergänzt EDEKA und bindet Bahn, Bus und Park über kurze Wege. Grundlage sind Zurückhaltung im Bau, dezente Materialität und die Betonung der Pflanze.


Stadt Schrobenhausen
ca. 23 ha
Die Altstadt von Schrobenhausen – fein gefasst im Ring der Stadtmauer – erhält mit der Gartenschau eine neue Begleiterin: die grüne Stola. Zart wie ein Gewebe aus Seide und Blattwerk legt sie sich um die Schultern der Stadt, ergänzt, verbindet und rahmt das historische Bild. Als poetisches Gegenüber entwickelt sie den grünen Raum entlang der Paar behutsam weiter, macht Qualitäten sichtbar und führt sie in eine dauerhafte Struktur über.
Die Stola ist ein changierendes Gewebe: mal luftig, mal dicht. Entlang der Paar entsteht eine Auenlandschaft, gegenüber ein lichter Klima-Hain. Dazwischen spannt sich vielfältiges Grünland auf – von Feuchtwiesen bis Spielwiesen. So formen sich klare Orte: Bürgerpark, Liegewiese, Veranstaltungsfläche. Der historische Ringwall wird betont und von kleinen Gartenräumen wie einem floralen Kranz begleitet.
Feine Wege verflechten das Gewebe, verbinden Quartiere und öffnen Landschaftsräume. Der Volant entlang der Wohnränder bündelt Spiel, Erholung, Naturbeobachtung und Sport. Renaturierte Bereiche, gemeinschaftliches Gärtnern und neue Bewegungsangebote schaffen lebendige Übergänge. Im Süden bildet eine multifunktionale Fläche mit Aussichtspunkt den Abschluss – und den Auftakt zukünftiger Entwicklungen.


Stadt Graz vertreten durch die Abteilung für Grünraum und Gewässer
ca. 4 ha
Der Reininghauspark ist als verbindender Stadteilpark zentrale Mitte, offener Freiraum und attraktiver Verweilraum in Graz Reininghaus.
Eingebettet in eine umlaufende steinerne Promenade und gefasst durch kraftvolle Baumhallen wird der bestehende Freiraum als „freier Raum“ erhalten, als naturnahe Intarsie neu interpretiert und zu einer weitläufig offenen, subtil zonierten und zur Promenade differenzierten Parkanlage entwickelt.
Das Konzept ist bewusst reduziert, räumt leer und bietet innerhalb eines robusten Rahmens des extensiven bukolinischen Bildes den Nutzern viel individuell aneigenbaren und flexibel zu bespielenden Raum.



Zweckverband Bundesgartenschau 2015 Havelregion
ca. 3,5 ha
Inspiriert von der beeindruckenden Landschaft der Havel bildet dieses Bild die Grundlage für das freiräumliche Konzept des ehemaligen Packhofareals.
Die besondere Faszination der Landschaft wird transformiert in eine temporäre Ausstellung.
“Flusslandschaft“ in glitzerndem Glas erschließt gefasste Weichholzauwälder, in deren geschütztem Inneren die vielfältigen Themen präsentiert werden. Die lebendige Einfassung dieser Themenbereiche aus wellig gesetzten Weidenstämmen schafft spannende und immer wechselnde Raumeindrücke.
Bodennahe “Stege“ führen in diese Ausstellungsbereiche, aufragende Flussdalben werden zu markanten Imageträgern. Die Röhricht- und Schilfzonen entlang der Havel werden durch farbenfrohen Wechselflor versinnbildlicht. Klassische Stauden- und Wechselflorthemen präsentieren sich als bunte Drifts entlang der “Aktionsauen“.


Stadt Chemnitz
ambrosius blanke verkehr.infrastruktur, Bochum
ca. 16,2 ha
Trotz seiner innenstadtnahen Lage spielt der Schönherrpark derzeit im Chemnitzer Grünsystem eine untergeordnete Rolle, obwohl er als ein wichtiger Zeuge der Chemnitzer Industrie- und Stadtgeschichte gesehen werden kann.
So erzählen die vorhandenen Relikte wie z.B. die eindrucksvolle Ufermauer einmal mehr und einmal weniger offensichtlich von der vielschichtigen Entstehungsgeschichte des Areals.
Das vorgeschlagene Konzept der landschaftsarchitektonischen Adaption des Parks legt diese verschütteten Schichten frei.
Durch wenige gezielte Eingriffe wird der Schönherrpark aufgewertet, subtil auf die historischen Schichten des Schönherrparks verwiesen und so im vorhandenen landschaftlichen Rahmen neue, ergänzende und unverwechselbare Bilder geschaffen.



Stadt Riedlingen
2.580 qm
Die Mühleninsel bleibt als gewachsenes Stück Stadt erlebbar und zeigt ihre besondere Lage in der Donauniederung als blühendes Gartenquartier.
Donaukies bildet einen einheitlichen Stadtboden, über dem sich Gebäude locker verteilen, während ein changierender Gred-Spiegel den Übergang vom Öffentlichen ins Halbprivate markiert. Ein Sprawl aus Solitärbäumen durchzieht das Areal, Fassaden tragen Spaliere aus Birnen, Wein und Clematis, ergänzt durch Flächen für gemeinschaftliches Gärtnern und Spiel. Regenwasser wird in Senken gesammelt, Zisternen zugeführt und zur Bewässerung genutzt. Ein multifunktionaler Gartenplatz nimmt Parken, Feste und Veranstaltungen auf. Eine neue barrierefreie Brücke rahmt den Blick zur Donau, ein Rundweg erschließt sonnige Aufenthaltsorte.
Schlichte Lärchenholzbänke, Granittröge und einfache Spaliere prägen die Ausstattung. Klimaresiliente Bäume, alte Obstsorten sowie Kübel und Pflanzbeete stärken den Charakter eines lebendigen Gartenquartiers in der Donauaue.

